
Plan de Corones – international als Kronplatz bekannt – zählt zu den erstklassigen Skigebieten Südtirols: mit einer Lage auf über 2.270 Metern Höhe, mehr als 100 Pistenkilometern und einem auf Exzellenz ausgerichteten Servicestandard. Die Betreibergesellschaft der Aufstiegsanlagen und Skipisten, die Olanger Seilbahnen AG (Funivie di Valdaora SpA), verfolgt dieselbe Philosophie auch bei ihren internen Instandhaltungsarbeiten.
Die Herausforderung war jedoch sehr real: Wie bringt man Techniker sicher zu fest installierten Schneekanonen – die auf mehrere Meter hohen Masten montiert sind –, um während der Wintersaison Inspektionen und Reparaturen durchzuführen? Und das bei Temperaturen, die regelmäßig unter -20 °C fallen, und Windböen von 80 bis 90 km/h?
Die Lösung war eine absolut einzigartige Maschine: ein Tadano PM 18 SP, montiert auf einem PistenBully-Pistenfahrzeug und ausgestattet mit einem eigens entwickelten Neigesystem. Das Projekt vereinte drei Unternehmen – Funivie di Valdaora, Frei & Co. und Tadano – und nahm mehr als ein Jahr für Entwicklung und Umsetzung in Anspruch.
Sicherheit geht vor
Der Betrieb eines Skigebiets dieser Größenordnung – mit rund 140 bis 150 Schneekanonen, von denen viele auf festen Masten installiert sind – macht die Wartung im Winter zu einem komplexen Unterfangen. Jahrelang bestand das Standardverfahren darin, dass Techniker mit Leitern und Sicherheitsgurten in die Höhe stiegen: eine zwar wirksame Lösung, die das Personal jedoch erheblichen Risiken aussetzte, insbesondere bei extremen Wetterbedingungen.
Andreas Del Frari, technischer Leiter bei Funivie di Valdaora, erläutert die Beweggründe für die Investition: „Als Premium-Skigebiet wollen wir auch in puncto Sicherheit Spitzenstandards setzen. Es reichte uns nicht mehr aus, unsere Mitarbeiter lediglich zu schulen und einzuweisen – wir wollten das Risiko an der Wurzel packen. Mit dem Arbeitskorb gelangt der Techniker direkt und sicher an den Einsatzort, ohne an der Schneekanone herumklettern zu müssen.“
Sicherheit war jedoch nicht der einzige Beweggrund. Auf fast 2.300 Metern Höhe dulden Ausfälle im Winter keinen Aufschub: Externe Krane lassen sich nicht kurzfristig mieten, und kein Lkw kann auf schneebedeckten Pisten operieren. Ein mit einem Kran ausgestattetes Kettenfahrzeug bietet dieselbe operative Flexibilität, die im Sommer ein Service-Lkw ermöglicht – jedoch unter Bedingungen, denen kein Lkw gewachsen wäre.
Das neue Fahrzeug verschafft dem Skigebiet zudem mehr Unabhängigkeit während der Wintersaison. „Wenn eine Schneekanone ausfällt oder Maschinen versetzt werden müssen, kann ich keine externe Firma rufen. Von November bis April gehören die Pisten uns, und wir müssen autark sein. Mit diesem Fahrzeug sind wir das tatsächlich“, erklärt Andreas Del Frari.
Drei Jahre Erprobung – dann die richtige Entscheidung
Die Idee entstand nicht über Nacht. Drei Saisons lang testete Funivie di Valdaora eine ähnliche Lösung mit einer gemieteten Pistenraupe, die mit einem kleineren Kran ausgestattet war. Dies erwies sich als wertvolle Testgelegenheit, zeigte jedoch auch deutliche Grenzen auf: Es fehlte ein Neigesystem, die Gewichtsverteilung war suboptimal und die Kranleistung unzureichend.
Die Erfahrungen unterstrichen zudem die Bedeutung des Neigesystems, wie Del Frari erklärt: „Ohne das Neigesystem mussten wir uns exakt unter dem Arbeitsbereich positionieren – auf Schnee und oft in steilem Gelände. Dank der seitlichen Neigefunktion können wir nun auch in unebenem Gelände sicher arbeiten. Das macht einen riesigen Unterschied.“
Eine maßgeschneiderte Installation
An dieser Stelle kam Frei & Co. ins Spiel. Als Tadano-Händler für LKW-Ladekrane in Trentino-Südtirol hat sich das Familienunternehmen in der dritten Generation auf maßgeschneiderte Industrieanlagen spezialisiert. Frei arbeitet seit zwei Jahren mit Tadano zusammen und entschied sich aufgrund der Verarbeitungsqualität, der Produktpalette und – was entscheidend war – der Effizienz des Kundendienstes für die PM-Serie.
Für Hannes Frei von Frei & Co. war die enge Zusammenarbeit mit Tadano ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. „Beim Tadano-Team in Modena wissen wir immer, an wen wir uns wenden können. Bei technischen Problemen, Fragen oder dringenden Anliegen gibt es stets einen kurzen, direkten Draht. Ersatzteile treffen innerhalb von ein bis zwei Tagen ein. Für uns als Dienstleister macht das 70 % des Werts bei der Wahl eines Partners aus“, erklärt er.
Die Wahl des PM 18 SP erfolgte anhand der Kundenanforderungen: Hubkraft, Reichweite und Arbeitskorb-Leistung. Doch ein weiteres Kriterium war ausschlaggebend: Die Maschine musste häufig in steilem Gelände arbeiten. Bei der vorherigen Konfiguration neigte der Kran unter Last zum seitlichen Abdriften. Frei erläutert die Lösung für diese Herausforderung: „Wir haben eine verstärkte Schwenkkonfiguration entwickelt: Wir haben das Schwenkwerk des PM 23 in den PM 18 eingebaut. Das ist zwar keine Standardlösung, aber genau das, was nötig war, um selbst an steilsten Hängen volle Kontrolle zu gewährleisten.“
Für das Neigesystem arbeitete Frei & Co. mit einem österreichischen Partner zusammen, der bereits Erfahrung mit dieser Art von Installation hatte und zuvor schon fünf oder sechs ähnliche Maschinen auf Basis anderer Kranmarken geliefert hatte. Die Integration in den PM 18 SP wurde jedoch komplett neu entwickelt.
Von der Auftragsbestätigung bis zur Auslieferung dauerte das Projekt mehr als ein Jahr – inklusive Kran, Hilfsrahmen, Neigesystem, Abstützungen und Zertifizierungen. Die Endmontage am Kronplatz vor Ort in der Höhe nahm lediglich zwei bis drei Stunden in Anspruch.
Der im Dezember an den Kronplatz gelieferte und auf einem PistenBully montierte PM 18 SP hat bereits seine ersten Wintereinsätze absolviert. Der Kran wird nun für die Wartung turmmontierter Schneekanonen eingesetzt; die Funkfernsteuerung sorgt für präzise Bewegungen, und der Arbeitskorb ermöglicht den Technikern ein komfortables und sicheres Arbeiten. Doch die Einsatzmöglichkeiten des Krans weiten sich bereits weiter aus. Sie reichen von Attraktionen an den Pisten – wie Burgen, Drachenfiguren und Zeitmessanlagen – über Skicross-Container bis hin zur Glocke, die täglich mittags läutet. Ganz zu schweigen von der „Snow Farm“, jenem überdachten Schneedepot, das Schnee für die Wiedereröffnung in der nächsten Saison konserviert: All dies sind Einsatzbereiche, in denen der Kran seinen Wert bereits unter Beweis gestellt hat oder dies in Kürze tun wird.
Dass auch andere Skigebiete bereits ähnliche Lösungen in Erwägung ziehen, bestätigt diese Vision zusätzlich. Ein deutliches Zeichen dafür, dass sich der Markt weiterentwickelt – und dass die am Kronplatz gewonnenen Erfahrungen zu einem Maßstab für die gesamte Branche werden.
Frei geht davon aus, dass die am Kronplatz gesammelten Erfahrungen auch bei künftigen Projekten von Nutzen sein werden: „Dies wird nicht die letzte Installation dieser Art sein. Wir befinden uns bereits in Gesprächen mit anderen Skigebieten. Jedes Projekt liefert uns neue Erkenntnisse, und dieses hat uns Fachwissen vermittelt, das die Umsetzung des nächsten Projekts noch schneller und effizienter gestalten wird.“
Qualität, Sicherheit, Effizienz – Tadano-Werte in der Praxis
Das Projekt am Kronplatz veranschaulicht die Werte, die die tägliche Arbeit von Tadano prägen: die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards, der konsequente Fokus auf den Schutz von Menschen, eine Fertigungsqualität, die selbst härtesten Bedingungen standhält, sowie eine betriebliche Effizienz, die Kunden bei der sicheren und wirtschaftlichen Durchführung der Winterinstandhaltung unterstützt.
Aus einem praktischen Bedarf heraus entstanden und in Zusammenarbeit dreier spezialisierter Partner – einem führenden Skigebiet, einem Händler mit jahrzehntelanger Erfahrung und einem Hersteller, der bei jeder Maschine auf höchste Qualität setzt – ist eine hochspezialisierte Lösung entstanden, die perfekt auf die anspruchsvollen Bedingungen am Kronplatz zugeschnitten ist.